Der Goldpreis hat mit 3.035 Dollar je Feinunze einen historischen Höchststand erreicht und bestätigt erneut seinen Status als „sicherer Hafen“. Geopolitische Unsicherheiten wie der anhaltende Ukraine-Krieg und die eskalierenden Spannungen zwischen Israel und der Hamas treiben die Nachfrage. Gleichzeitig sorgt die aggressive Handelspolitik der USA für weitere Unsicherheit an den Märkten.

Jüngste Drohungen von Donald Trump, hohe Zölle auf europäische Produkte wie Wein und Champagner zu verhängen, verstärken die Nervosität. Seit Trumps Amtseinführung im Januar hat Gold nicht nur über zehn Prozent an Wert gewonnen, sondern auch 14 neue Rekordhochs verzeichnet. Die Preisentwicklung ist jedoch kein kurzfristiges Phänomen – seit 2008, als Gold erstmals die 1.000-Dollar-Marke überschritt, hat sich der Preis mehr als verdreifacht. Ein entscheidender Faktor ist das schwindende Vertrauen in den US-Dollar. Während die globale Verschuldung weiter wächst, bleibt die Goldmenge begrenzt – ein wesentliches Argument für Anleger, die Sicherheit suchen.

Steigende Staatsverschuldung stützt den Goldpreis

Die dramatische Verschuldung der USA spielt Gold zusätzlich in die Karten. Die US-Staatsschulden belaufen sich mittlerweile auf über 36 Billionen Dollar – das entspricht 122 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Lediglich Italien und Japan sind in der westlichen Welt noch höher verschuldet. Allein in den ersten fünf Monaten dieses Fiskaljahres hat sich das US-Defizit um 1,2 Billionen Dollar erhöht – ein neuer Rekord.

Die steigenden Zinsausgaben könnten in diesem Jahr erstmals die Militärausgaben übersteigen. Ein drohender Shutdown der Regierung konnte zuletzt nur knapp verhindert werden, doch die hohe Staatsverschuldung untergräbt zunehmend das Vertrauen internationaler Investoren in den US-Dollar. Während der Dollar-Index zuletzt ein Viermonatstief erreichte, wird Gold für ausländische Investoren günstiger – was die Nachfrage weiter anheizt.

Sinkende US-Renditen bringen zusätzlichen Rückenwind

Donald Trump setzt unterdessen auf höhere Zölle, um die Schuldenlast zu senken. Während er in seiner ersten Amtszeit die US-Notenbank zu Zinssenkungen drängte, fokussiert er sich nun auf zehnjährige US-Staatsanleihen. Deren Rendite ist in den letzten Monaten bereits von 4,8 auf etwa 4,3 Prozent gefallen – was Gold zusätzlich stärkt.

Da Gold keine Zinsen abwirft, profitiert es von niedrigen Renditen bei Anleihen. Sinkende Erträge auf dem Rentenmarkt reduzieren die sogenannten Opportunitätskosten von Goldinvestments und machen das Edelmetall attraktiver für Anleger. Ein Rücksetzer nach der 3.000-Dollar-Marke ist zwar möglich, doch eine anhaltende Korrektur scheint angesichts der aktuellen Marktlage unwahrscheinlich.